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Keramikmuseum Westerwald
Deutsche Sammlung für Historische und Zeitgenössische Keramik
Lindenstraße 13
D - 56203 Höhr-Grenzhausen
Tel.: 0049 - (0) 2624 94 60 10
Fax: 0049 - (0) 2624 94 60 120

MUSEUMSLEITUNG: MONIKA GASS

13 Lindenstraße
Höhr-Grenzhausen, RP, 56203
Germany

0049 - (0) 2624 94 60 10

Ausstellungen

Sonderausstellungen

Südwestdeutscher Keramikpreis 2017


Seladonmeister - Gäste aus Longquan / China


Ehrenpreis Deutsche Keramik 2017 - Heiner Balzar - Austellung beendet am 30. Juli 2017


Seladonmeister - Gäste aus Longquan / China

 

Dauerausstellungen

Entscheidend für die Entwicklung der Keramikherstellung hier in der Region und damit auch für die Geschichte des Keramikmuseums Westerwald in Höhr-Grenzhausen ist die Tatsache, daß hier vor Ort die reinsten, hochwertigsten und mengenmäßig größten Tonvorkommen Europas zu finden sind. Bereits in der Frühzeit keramischen Schaffens konnte sich so eine Kultur entwickeln, die trotz aller Einbrüche wirtschaftlicher und künstlerischer Art bis heute ungebrochen ist.
Seit der Zeit der Urnenfeldkultur, etwa ab 1000 Jahre vor unserer Zeitrechnung, läßt sich keramisches Arbeiten im Raum Westerwald belegen. Fundstücke aus dem Mittelalter weisen bereits eine Art Proto - Steinzeug, also dicht gebrannte Ware nach. Es fanden sich engobierte wie salzglasierte Stücke mit Wellenfuß und Drehrillen.
Ab Mitte des 14. Jahrhunderts fertigte man hoch gebrannte Ware, deren Herstellung Innovationen im Bereich Brennofenbau vorausgingen, damit Temperaturen um 1250° C überhaupt erst zu erreichen waren. Ab etwa Mitte des 15. Jahrhunderts ist die Salzglasur belegt: bei hoher Temperatur in den Ofen geworfen verbindet sich der Natriumanteil des Koch-Salzes mit dem Quarz des Scherbens zur typisch grauen, glänzenden Westerwälder Salzglasur.
Um 1600 setzte dann die Zuwanderung bekannter Töpfer aus Siegburg, Raeren, Lothringen ein. Neue künstlerische und handwerkliche Impulse konnten sich im Westerwald etablieren.


Keramik der
50er-70er Jahre

Die Nachkriegsjahre wie die darauffolgenden Jahrzehnte stehen unter anfangs schwierigen Zeichen. Die Keramik der 50er Jahre zeigt sich nicht schlüssig, - etwa in Form eines direkten Anknüpfens an Jugendstil oder Bauhaus-tradition. Man orientiert sich nicht an der freien Maltechnik eines Paul Drossé. Nierentisch-Ära und die Suche nach einer adäquaten Farb- und Formsprache treiben bunte Blüten.

Doch setzt mit dem erneuten Aufnehmen des seit Anfang des 20.Jahrhunderts spürbaren asiatischen, japanischen Einflusses schon um 1960/70 eine puristische Tendenz ein. Die Arbeiten Walter Popps in Kassel setzten hier vor allem Maßstäbe und formulieren einen Kodex ästhetischer Anforderungen: künstlerische Aussage, klar strukturierte Formen, seine offensive Montagetechnik, klare Farben, einfach zusammengesetzte Glasuren aus Gesteinsmehlen, hochgebrannt und fast immer reduziert, - die keramische Kunst definierte sich neu.
Wendelin Stahl, Gisela Schmidt-Reuther, Görge Hohlt, später dann die Gruppe 83 und viele Andere, - die Deutsche Keramik hatte wieder ausgezeichnete Namen. In künstlerische Ausbildung und die Ausstattung entsprechender Institute wurde investiert, der Verkauf künstlerischer und handwerklicher Keramik, in Ausstellungen oder auf Messen boomte!
So waren Künstler und Kunsthandwerker bis zum Beginn der 90er Jahre gut im Markt etabliert. Lehre oder Studium in Keramik waren begehrte und gesellschaftlich angesehene Ausbildungsziele.


Technische Keramik

Als Ausgangsstoffe dienen im Bereich Technischer Keramik nicht tonige Rohstoffe, sondern synthetisch hergestellte, hochreine Materialien, wie Titan-, Zirkon- oder Aluminiumoxid. Diese meist pulvrig verarbeiteten Stoffe können nur unter hohem Druck geformt und bei hohen Brenntemperaturen verfestigt werden. So wird eine sehr hohe Maßgenauigkeit erreicht, die durch Nachbearbeitung noch verbessert werden kann.

Im Museum sind medizinische Implantate wie Hüftgelenke, Anwendungsbeispiele aus der Automobiltechnik sowie keramische Schneidwerkzeuge zu sehen: Helfer, die unseren Alltag begleiten und oft auch sicherer machen.


Zeitgenössische Keramik

Seit der Gründung des Museums 1976 und der Fertigstellung des jetzigen Neubaus 1982, vergrößert sich die moderne Sammlung zeitgenössischer Keramik stetig. Durch gezielte Ankäufe ist es möglich, einen repräsentativen Querschnitt durch künstlerische Tendenzen der letzten Jahrzehnte aufzuzeigen.

In den letzten 30 Jahren hat innerhalb der Keramik ein anderes Arbeiten Einzug gehalten. Neuerungen im Bereich Technik, die experimentelles Arbeiten erleichtern sowie Einflüsse aus dem Bereich der Modernen Kunst, die viele der Jungen Keramiker inspirieren, haben dem Gründungsgedanken des Museums neue Dimension verliehen: Neben der ständigen und ausführlichen Dokumentation historischer Fertigungstechniken, deren künstlerischer Umsetzung und der hierzu gehörigen sozioökonomischen Zusammenhänge, wird im Keramikmuseum Westerwald verstärkt die Moderne präsentiert.
Auch der jetzt international ausgeschriebene Westerwaldpreis, der Preis der Nassauischen Sparkasse, unter Themen wie keramische Großplastik im Freien oder Rauminstallation, Keramik sowie die vielen Sonderausstellungen setzen deutliche Zeichen. Tendenzen innerhalb der Entwicklung der Künstlerischen Keramik aufzuzeigen und deren Weiterentwicklung zu dokumentieren ist eine der Hauptaufgaben des Keramikmuseums Westerwald.