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Keramikmuseum Westerwald
Deutsche Sammlung für Historische und Zeitgenössische Keramik
Lindenstraße 13
D - 56203 Höhr-Grenzhausen
Tel.: 0049 - (0) 2624 94 60 10
Fax: 0049 - (0) 2624 94 60 120

MUSEUMSLEITUNG: MONIKA GASS

13 Lindenstraße
Höhr-Grenzhausen, RP, 56203
Germany

0049 - (0) 2624 94 60 10

Kultursommer 2019

 Kultursommer 2019: Heimat/en

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Seit dem späten Mittelalter finden Menschen immer wieder – und gerade bis heute – im Kannenbäckerland eine neue Heimat. Das Töpferhandwerk, und seit etwa 100 Jahren auch die Glasindustrie, gab ihnen Arbeit und damit Brot. So wurden sie sesshaft und ein Teil der Gemeinschaft.

Ab dem 16. Jahrhundert wanderten Töpfermeister aus dem Rheinland, Belgien und Lothringen ins Land. Familiennamen, wie Knütgen/Knödgen, Mennicken oder Remy, um nur einige zu nennen, sind lebendige Zeugen dieser Zeit. Sie fanden aber nicht nur einfach eine neue Heimat, sie gestalteten diese maßgeblich. Es ist gerade diesen Immigranten zu verdanken, dass die Keramikproduktion regelrechte Blütezeiten erlebte und das grau-blaue Steinzeug bis ins 20. Jahrhundert hinein zu einem Exportschlager wurde. Darüber hinaus handelte es sich nicht länger nur um alltägliche Töpferwaren, es entwickelte sich ein international geschätztes Kunsthandwerk. Künstlerisches Schaffen braucht jedoch Impulse und die lieferten diese Zuwanderer.

Umgekehrt konnte jeweils nur ein Sohn den Betrieb übernehmen und weitere Nachkommen zogen fort. Sie wanderten in andere Gegenden und Länder, sogar bis nach Amerika und gründeten neue Betriebe. Sie fanden also eine neue Heimat, in der sie Fuß fassten mit einem Handwerk, dass sie in ihrer alten Heimat gelernt hatten. Man kann hier also von Heimat(en) sprechen.

Heimat kann ein Gefühl sein, sie ist aber auch mit Traditionen oder Gegenständen verknüpft. Im Falle des Kannenbäckerlandes ist es die Keramik, stellverstretend der Topf, der eine Verbindung zwischen alter und neuer Heimat wiederspiegelt. Einerseits wandert der Topf als ein wichtiges bewegliches Utensil mit. Andererseits schafft der Ton, aus dem der Topf gefertigt wurde, eine Lebensgrundlage und damit die Chance, eine neue Heimat zu finden. Doch wie fühlt es sich an, die Heimat verlassen zu müssen und als Fremder neu Fuß zu fassen? Wir erleben heute nahezu tagtäglich über die Medien, wie schwierig dies für den Fremden einerseits und für den Einheimischen andererseits ist.

Es war der „Topf“, im übertragenen Sinne, der die Menschen hier verband und eine Heimat schuf. Und man besinnt sich auch heute noch auf diese ureigene Heimat, die ohne seine „Töpfe“ nicht vorstellbar ist. Und es ist immer noch die Keramik, die Heimat gibt.

Wir werfen nun einfach „Alle in einen Topf“: die Einwanderer des vergangenen Jahrhunderts, die Zugezogenen heute, die Alteingesessenen und nähern uns der Heimat und den Heimaten mit einem Topf in der Hand.


Angebote für Schulklassen zum Kultursommerprogramm im Keramikmuseum Westerwald

Kindergarten (auch als Kindergeburtstag geeignet)

1. Grabungsfeld (Dauer: 1.5 Std.)

In unserem Grabungsfeld gehen kleine Spurnasen auf der Suche nach echten Westerwälder Scherben!
Die Kinder lernen das heimische Steinzeug von anderen Keramikfunden zu unterscheiden und erfahren, wie ein echter Archäologe arbeitet.
+ kleiner Workshop (Dauer: 1 Std., Gesamtdauer 2.5 Std.)
In unserer Museumswerkstatt gestalten die Kinder mit Hilfe der gefundenen Scherben eine Kette
oder einen Schlüsselanhänger aus Ton.

Grundschule / 5. – 7. Klasse

2. Unternehmen Töpferei (Dauer minimal 2.5 Std.)

Auf die Zusammenarbeit kommt es an!
Die Kinder erfahren, wie eine Töpferei früher funktionierte und welche handwerklichen Schritte zu einem Topf führten. Die Kinder werden in Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe ist für einen Arbeitsschritt verantwortlich. Durch gute Zusammenarbeit entstehen bunte Suppenschüssel für alle.

3. Ein Topf geht auf die Reise (Dauer minimal 2.5 Std.)

Wo hat Herr Vermeer seinen Krug her?
Die Kinder erfahren in einer Kurzführung, wie das Westerwälder Steinzeug weltberühmt wurde. Aus Westerwälder Ton und mit den gleichen Techniken wie vor 400 Jahren stellen wir in unserer Museumswerkstatt ein eigener Becher her. An unserem „Mini-Schlondes“ lauschen die Kinder entspannt lustigen Geschichten von früher über den Alltag der Kannenbäcker.

Für weitere Informationen können Sie uns gerne anrufen unter 0 26 24 - 94 60 10